Puffer im Projektplan: wie viel Verzögerung eine Aufgabe verträgt
Der Puffer sagt dir, um wie viele Tage eine Aufgabe später fertig werden darf, ohne dass sich das Projektende verschiebt. Er ist die wichtigste Zahl, um Verzögerungen einzuschätzen.
Was ist Puffer?
Puffer ist die Zeit, um die eine Aufgabe sich verspäten darf, ohne dass das Projektende später wird.
Fachlich heißt er Gesamtpuffer (Total Float). Er ist der Unterschied zwischen dem spätesten und dem frühesten Termin einer Aufgabe. Aufgaben mit Puffer 0 liegen auf dem kritischen Pfad.
Der Gesamtpuffer gehört der ganzen Kette: Verbraucht eine Aufgabe ihn, haben die Aufgaben dahinter weniger Spielraum, weil sie denselben Puffer teilen.
Pufferzeit berechnen: die Formel
Gesamtpuffer = spätester Start − frühester Start (oder spätestes Ende − frühestes Ende), gemessen in Tagen.
Du brauchst zwei Termine je Aufgabe: den frühesten Start aus der Vorwärtsrechnung und den spätesten Start aus der Rückwärtsrechnung. Der Abstand dazu ist der Puffer. Beispiel: Kann eine Aufgabe frühestens am Montag, 2. November, beginnen und spätestens am Montag, 9. November, ohne das Projektende zu verschieben, hat sie 5 Arbeitstage Puffer.
Der Planer rechnet das für jede Aufgabe und gibt den Puffer in der Tabelle aus, bei normalen Aufgaben in Arbeitstagen, bei externen Wartezeiten in Kalendertagen. Wie die Termine entstehen, steht unter Kritischer Pfad.
Gesamtpuffer und freier Puffer
Neben dem Gesamtpuffer gibt es den freien Puffer: die Zeit, die eine Aufgabe sich verspäten darf, ohne dass die nächste Aufgabe später beginnen muss. Er ist nie größer als der Gesamtpuffer.
Der Projektplan-Simulator zeigt den Gesamtpuffer. Das ist die Zahl, die für das Projektende zählt. Ob die Folgeaufgaben dabei später starten, siehst du im Zeitplan und unter „Betroffene Aufgaben“ der Auswirkungsbox.
Warum hat eine Genehmigung Puffer, obwohl sie kritisch wirkt?
Im Beispielprojekt hat die Baugenehmigung 2 Tage Puffer, obwohl der Umbau direkt auf sie folgt. Die Genehmigung läuft in Kalendertagen und endet an einem Freitag. Der Umbau, eine normale Aufgabe in Arbeitstagen, beginnt erst am Montag. Das Wochenende dazwischen ist Puffer: Die Genehmigung darf bis Sonntag laufen, ohne dass sich etwas ändert.
Bei Aufgaben in Kalendertagen zählt der Puffer deshalb in Kalendertagen, bei Aufgaben in Arbeitstagen in Arbeitstagen. Die Einheit steht in der Tabelle bei „Puffer“.
Puffer bis zum Zieltermin
Hast du einen Zieltermin gesetzt, zeigt der Planer zwei Werte. Der Puffer bezieht sich auf das früheste Projektende (Fr 12.02.2027). Die Zahl „Verträgt bis zum Zieltermin“ im Risiko-Ranking bezieht sich auf den Zieltermin (31.03.2027): So viel Verzögerung hält die Aufgabe aus, bevor der Zieltermin kippt. Im Beispiel bleiben 31 Arbeitstage zwischen Projektende und Zieltermin.
Häufige Fragen
Kann der Puffer negativ sein?
Gegenüber dem frühesten Projektende nicht. Gegenüber einem Zieltermin, der vor dem frühesten Ende liegt, schon: Dann zeigt der Planer „Termin schon verfehlt“.
Soll ich Puffer in den Plan einbauen?
Das ist eine Entscheidung für dein Projekt. Der Planer hilft dir zu sehen, wo Puffer schon vorhanden ist und welche externen Fristen du mit einer eigenen Dauer im schlechten Fall absichern willst.